LogoWeg des geringsten Widerstandes
Wolfgang S.

Heute ging eine Spende von Wolfgang S. auf meinem Konto ein. Davon habe ich mir anschließend ein Paar neue Schuhe zugelegt, das ausgesprochen gut zu meinem eleganten grauen Anzug passt.

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Mama ruft an

8.27 Uhr Das Telefon klingelt. Meine Mutter ist am Apparat und fragt, ob ich Ihr nicht etwas zu sagen hätte? Ich frage leicht irritiert, auf was sie anspielen würde? Etwa das gerade abgeschlossene Projekt in Ahlen, bei dem ca. 80 Schüler ihr eigenes Rathaus gebaut hätten, in dem die Ahlener Bürger mit Waffeln und Kaffee versorgt sowie mit einem Menschenausweis beglückt wurden, den gerade abgeschlossenen strapaziösen Umzug oder die bevorstehende 600 Km lange Wanderung mit einem Straßenschild?

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Jörg van den Berg lebt

Als ich am frühen Morgen mit meinen Lieblingsnachbarn Brigitte und Martin zu ihrer Garage gehe, um das bei ihnen deponierte Straßennamenschild zu schultern, stehen zu meiner großen Überraschung tatsächlich vier offenbar wanderwillige Begleiter gegenüber am Straßenrand und winken in freudiger Erwartung.

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Aller guten Dinge sind drei (mal Schwamm drüber)

10.07 Uhr Wir brechen auf, nachdem das ausführlich gekochte 3-Stunden-Frühstücksei des Gefährten Dirk T. in unserer Herberge in Bergischen Bechen dann doch noch fertig wird.

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Es gibt nur ein Kreuzberg

09.28 Uhr Im Dhünner Wald treffen wir auf eine Gruppe junger Männer mit samt einem Paar mittleren Alters, die Anweisungen geben und die jungen Männer die Bäume mit Sprühlack markieren lassen, offenbar soll der Wald hier “ausgedhünnt” werden.

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Vater und Sohn

Heute ist „Vater- und Sohntag, da wird nicht berichtet, Es werden nur Berge versetzt. Als wir aus der Wandertrance erwachen, sind wir plötzlich nicht mehr im Bergischen Land, sondern bereits im Märkischen Kreis in der Nähe von Affeln.

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Lost um Sorpesee

08.43 Uhr Wir verlassen unser Nachtlager heute mit dem Vorhaben, 31 Km zu gehen. Der Schild ist zwar schwerer als gestern, dafür hängen die Schultern tiefer, genau wie der Kopf. Das Schuhprofil meiner Sohlen passen nicht mit dem Reifenprofil des den Untergrund geprägten Traktors überein, ich will nicht sagen, die Füße schmerzen, tue es aber trotzdem.

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Keine Trecker mehr im Sauerland - Die Apokalypse

Wir erreichen Bestwig und treffen auf Supermario, der sich gerade anschickt und eine im seinem Garten vermorschte Bahnschwelle in seinen Combi zu hieven, als es im Angesicht des anzugtragenden Schildschleppers aus ihm herausfährt: „Sie haben aber schwer zu tragen, was ?“

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Das Schweigen der Männer

Ich verlasse Brilon, der Schuh drückt. Zum Glück habe ich ein Pflaster dabei, so kann ich das auf den Schuh kleben.

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Heim ins Reich

Wir bewegen uns morgens um 8 Uhr auf die Diemel zu, um festzustellen, dass das die falsche Richtung ist, um auf den Wanderweg über Rohden nach Warburg zu gelangen. Heute möchte ich möglichst wenig Landstraße gehen, dafür nehme ich gern einen Umweg in Kauf.

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Kein toter Land in dieser Zeit

Es ergibt sich ein Gespräch mit einem älteren Mann auf der Straße in der Umgebung von Liebenau, der plötzlich aus einem Haus auf uns zu kommt und etwas aufgeregt fragt: „Darf ich ein Foto von Ihnen machen?“

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Nette Sache

Morgens um 8.17 Uhr brechen wir auf. Auf dem Weg aus dem Hotel, das Schild ist gerade geschultert, als mir eine ältere Dame entgegen murmelt: „Wir haben schon genug Schilder in der Stadt. Sowas brauchen wir hier nicht!“

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All die Kilometer für diesen Moment

Die gestrigen 30 Kilometer lassen heute nur einen etwas langsameren Gang zu. Als wir Oedelsheim verlassen, haben sich die Gelenke langsam wieder an die permanente Bewegung gewöhnt.

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Stell dich nicht so an

Wir laufen am heute auf Reserve: Es regnet, man meint, das Schild wird mit jeder Begegnung, jeder Beobachtung und jedem Bericht der Menschen über ihren Alltag in Deutschland im Jahr 2021 schwerer und schwerer.

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Halbe Strecke oder Du gehst heute keinen Meter

Nachdem ich morgens wach werde, mein hohes Fieber und die Vergiftung durch das ungesunde Abendessen abgeschüttelfrostet ist, ordnen mir meine Begleiter, als ich den Vorschlag mache heute nur 20 Kilometer zu gehen, einen Urlaubstag an: „Du gehst heute keinen Meter“, so der ständige Begleiter Dirk T..

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Jesus von Goslar

Etwas wacklig auf den Beinen, aber die Sonne im Herzen wie am Harzer Himmel treffen wir entlang der ehemaligen Bergbaubahntrasse an der Innerstetalsperre entlang spazierend als erstes auf mit Motorsägen ausgestattete Holzfäller.

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Der Abschied

08.23 Uhr Der Gefährte fährt. Und zwar vom ältesten Bahnhof Deutschlands in Vienenburg. Ich begleite ihn dorthin, um mich angemessen zu verabschieden.

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Eilenstedt

11.38 Uhr Ich verlasse die Schlafstätte Villa Bianca in Dingelstedt nach einem langen Gespräch mit dem Hüter des Hauses, einem aufgeweckten jungen Mann, der sich mit Leib und Seele um die wunderschöne alte Gründerzeitvilla kümmert.

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3B unterm Birnenhain

Heute Nacht wurde ich um 3.33 Uhr von Knusper- und Knabbergeräuschen wach. Wir sind zuvor bei Antonio in Oschersleben abgestiegen und fühlen uns durch die italienische Atmosphäre des Hauses beinahe wie an der Riviera.

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2:1

Es geht heute etwas verspätet von Magdeburg nach Burg. Das Frühstück war zu spät fertig. Interessant, dass es inzwischen selbst bei Selbstverständlichkeiten eines Hotels einer ganz guten Adresse zu derartigen Schwierigkeiten kommen kann.

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E U kalyptus

„Lebendigkeit beginnt jenseits der Komfortzone!“, so die Botschaft heute morgen eines guten Freundes und Unterstützers meiner Reise. Es ist 08.23 Uhr, als ich frohen Mutes, gut gefrühstückt und noch besserer Dinge mein nächtliches Quartier in der alten Kaserne in Burg im Jerichower Land verlasse.

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Der Montag, der magische Millionär und die mystische Mirabelle

Morgens auf dem Weg von Elbe-Parey Richtung Brandenburg an der Havel klingelt mein Telefon. Ich befinde mich offenbar gerade nicht in einem der vielen Brandenburgischen Funklöcher.

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Die angewandte Mystik

Morgens auf der Veranda unserer Datscha am See präsentiere ich dem Schild das prächtige Wetter. Das Schild macht heute einen besonders guten Eindruck, genau wie ich.

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In deutschen Landen, aber wem gehören die eigentlich?

Morgens wache ich wie gewohnt früh auf, ziehe mein Kostüm an und verlasse mein Nachtlager, um wieder schnell meinen Rhythmus zu finden.

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Rote Rosen aus Ketzin

Heute stürmt’s. Vor dem Dom in Brandenburg an der Havel nutzen am frühen Morgen einige Menschen die Gelegenheit, dem Mann im dunklen Anzug ihre Hoffnungslosigkeit über die politischen Verhältnisse anzuvertrauen.

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Tina

Heute laufe ich mit Frauke S. von Ketzin in Richtung Spandau. Es sind 33 Kilometer, erneut viel zu viel für meinen Zustand.

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Heidewitzka

Ich erreiche Berlin von Spandau aus und gerate gegen 12 Uhr in eine von einem übergroßen Polizeiaufgebot begleitete Demonstration.

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„Wer beim Wandern nicht zurückblickt, hat nur die Hälfte des Weges gesehen“

Geschafft. Ungefähr 650 Kilometer liegen von meiner Haustür in Köln bis nach Berlin bis vor den Reichstag hinter mir, die Schuhe abgelaufen, der Anzug verschwitzt und abgetragen, das Schild verkratzt.

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